OrgOpsAI-Act-Recherchekein Rechtsrat

Über dieses Projekt

Ein Rechercheinstrument, das sich selbst misstraut

Gebaut von Rebar Hassan als privates Projekt. Kein Produkt, kein Unternehmen, keine Rechtsberatung — der Versuch herauszufinden, wie weit man kommt, wenn man einer Sprach-KI konsequent nicht glaubt.

Die Datengrundlage

1712 Abschnitte aus 19 Dokumenten — ausschließlich amtliche Veröffentlichungen: Amtsblatt der EU, Europäische Kommission, Bundesgesetzblatt, Deutscher Bundestag. Keine Kanzlei-Zusammenfassungen, keine Sekundärliteratur. Jedes Dokument wurde einmalig in lesbare Textabschnitte zerlegt; zur Laufzeit wird nichts mehr extrahiert.

Der besondere Fall ist der Digital Omnibus: Er ändert den AI Act seit dem 27. Juli 2026 an 43 Stellen, und eine konsolidierte Fassung gibt es auf EUR-Lex nicht. Der Text von 2024 allein ist also nicht das geltende Recht. Deshalb kennt jeder Abschnitt seine Änderungen — und die Pipeline prüft sie.

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Was mit einer Frage passiert

  1. Prüfung auf eingeschleuste Anweisungen

    Erst zehn Muster im Code, dann ein Urteil des Modells. Eine abgewiesene Frage erreicht die Recherche nie. Die stärkere Absicherung ist aber baulich: Dokumenttext wandert nie in den Systemprompt, und der Agent erreicht ausschließlich lesende Werkzeuge.

  2. Der Agent sucht selbst

    Kein Vektorindex, keine Einbettungen. Das Modell bekommt fünf lesende Werkzeuge über die Textsammlung und entscheidet selbst, was es nachschlägt. Hat es am Ende nichts geöffnet, wird die Recherche erzwungen wiederholt — sonst antwortet es aus dem Gedächtnis.

  3. Antwort in einzelne Aussagen zerlegt

    Kein Fließtext. Das Format erlaubt nur eine Liste einzelner Aussagen, und jede braucht mindestens eine Fundstelle. Anders lässt sich das Schema nicht erfüllen.

  4. Gibt es die Fundstelle überhaupt?

    Jede genannte Kennung wird gegen den Bestand aufgelöst. Erfundene fliegen raus und werden benannt. Aussagen, die dadurch alle Belege verlieren, gehen in bis zu zwei Nachbesserungsrunden zurück ans Modell — mit den Werkzeugen, damit es wirklich nachsucht.

  5. Ist die Vorschrift noch aktuell?

    Zu jeder zitierten Vorschrift wird die Änderungskette aufgelöst. Zitiert eine Aussage eine geänderte Vorschrift ohne die Änderung, stützt sie sich womöglich auf überholten Wortlaut — der liest sich völlig plausibel, und genau das macht ihn gefährlich. Erst dann läuft ein weiterer Modellschritt, der die Aussage gegen die geänderte Fassung stellt.

  6. Trägt der Text die Aussage?

    Die Prüfung, an der sich alles entscheidet. Jede Aussage wird einzeln vorgelegt, mit nichts im Kontext außer dem Volltext ihrer Fundstellen. Das Modell muss die tragende Stelle wörtlich nennen — und dieser Wortlaut wird im Code gegen den Originaltext abgeglichen. Was nicht buchstäblich dort steht, wird verworfen.

Runde Marke = Modellaufruf, eckige = Prüfung im Code. Die Reihenfolge ist Absicht: was sich deterministisch entscheiden lässt, entscheidet der Code — ein Modellaufruf folgt erst, wenn der Code etwas gefunden hat.

Die Technik

KI-Server
Eigene Infrastruktur mit einem offenen Modell hinter einem Gateway. Weder OpenAI noch Google noch Anthropic sehen die Anfragen. Sie werden auch nicht zum Training verwendet.
Anwendung
Nuxt 4 mit Nuxt UI. Die Anbindung ans Modell läuft über coax — eine eigene, anbieterunabhängige Bibliothek für typisierte Modellantworten.
Suche
Kein Vektorindex, keine Einbettungen. Der Agent durchsucht die Textabschnitte selbst mit lesenden Werkzeugen — langsamer, dafür nachvollziehbar: jeder Schritt steht unter der Antwort.
Daten
Nichts wird gespeichert. Keine Anfragen, keine Antworten, keine IP-Adressen, keine Cookies. Siehe Datenschutz .

@orgops/coax

MIT · TypeScript · auf npm

Die Bibliothek hinter der Modellanbindung — ebenfalls von mir. Sie holt typisierte, geprüfte Antworten aus einem Sprachmodell: Schema rein, validierte Daten raus, samt Selbstreparatur, wenn das Modell danebenliegt. Anbieterunabhängig, damit der Wechsel vom eigenen Server zu einem Anbieter ein Wort im Code bleibt.

Genau das trägt hier die Belegpflicht: Weil das Antwortformat ein erzwungenes Schema ist, kann eine Aussage ohne Fundstelle gar nicht erst entstehen.

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Was das Ganze nicht kann

Die Prüfungen machen Fehler seltener, nicht unmöglich. Sie können nur kontrollieren, was zitiert wurde — eine einschlägige Vorschrift, die niemand aufgeschlagen hat, fehlt in der Antwort, ohne dass eine Prüfung anschlägt. Deshalb steht unter jeder Aussage die Fundstelle zum Nachlesen und nicht das Versprechen, dass sie stimmt.

Und noch einmal deutlich: Das hier ersetzt keine anwaltliche Prüfung. Wenn es ernst wird, frag einen Menschen, der dafür ausgebildet ist.

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